13 Spiele, zwölf Siege, 57:17 Tore. So lautet die stolze Bilanz unserer Hinrunde. Wir blicken mit euch zurück auf den erfolgreichen Verlauf der bisherigen Spielzeit und die Höhepunkte der Mannschaft um Trainer Sascha Heil zurück.

„Wir freuen uns, dass wir den Weg gemeinsam bis hierher geschafft haben“, hörte man den Trainer nach dem letzten Spiel vor der Winterpause sagen. „Aber ihr wisst genauso wie ich, dass wir heute quasi noch nichts erreicht haben.“ Der benötigte Aufwand für eine Rückkehr in die A-Klasse ist dem Team bewusst. Innerhalb der Mannschaft wurden bereits während der letzten Saison entscheidende Weichen dafür gestellt. Durch einheitliche Trainingsoutfits, klarere Abläufe und eine insgesamt gewissenhafte Organisation – wofür unser Dank besonders an Trainer Sascha Heil, unsere Betreuer Lukas Hoffmann und Jonas Herzog sowie Sportvorstand Sebi Braun geht. Zudem zeichnet unser Team seit Ende der letzten Saison einzelne Spiele mit einer Sportkamera aus der Seitenansicht auf, um diese im Nachgang aus einer anderen Perspektive zu betrachten und Abläufe zu analysieren.

Mit den Neuzugängen Cem Masyan, Rahul Daniel Abaci, Efe Güler, Julian Hopp, Koray Sahin und Florian Wittmann gewann das Team zusätzliche Stabilität, Erfahrung und vor allem mehr Durchschlagskraft in der Offensive. Die ersten Eindrücke bestätigten diesen positiven Trend: Die Vorbereitung und die Testspiele verliefen erfolgreich, unter anderem auch gegen höherklassige A-Ligisten wie Oberhausen oder Philippsburg. Im Pokal setzte das Team zunächst ein Ausrufezeichen mit einem 5:2-Erfolg gegen den A-Ligisten SV Croatia Karlsruhe, bevor es in der zweiten Runde gegen den FC Südstern Karlsruhe mit 0:4 erstmals seine Grenzen aufgezeigt bekam. Das Reiten dieser ersten kleinen Erfolgswelle und auch der Dämpfer waren vielleicht nicht unwichtig für die weitere Entwicklung.

Vom Start weg zielstrebig

Bereits am ersten Saisonspieltag zeigte unsere Mannschaft, dass sie in dieser Saison auf dem Zettel eines jeden gespannt folgenden Beobachters stehen sollte. Nach dem Auftaktsieg gegen den Aufsteiger SV Blankenloch II (7:2) stand direkt der erste Härtetest gegen den Mitfavoriten FV Linkenheim auf dem Programm, den wir klar mit 3:0 für uns entscheiden konnten. „Dass wir gegen Linkenheim so dominant aufgetreten sind, war für mich eine Bestätigung, dass wir wirklich eine wettbewerbsfähige Mannschaft haben. Das hat mir echt große Hoffnung für die Saison gegeben“, erinnert sich Innenverteidiger Luca Buchleither gerne. Er erzielte die Führung gegen seinen Ex-Klub, ehe Torjäger Rahul Abaci mit einem Doppelpack den 0:3-Auswärtssieg perfekt machte.

Nach einem spielfreien Sonntag tat man sich mit einem 3:1-Sieg gegen einen tief stehenden Germania Neureut II eher schwer. Auch gegen den FC Friedrichstal II, der zu diesem Zeitpunkt bereits einer der engsten Verfolger war, war das Team wieder sehr gefordert. Nach zehn Minuten geriet unser FV Graben in Rückstand. Trotz der ungewohnten Uhrzeit von 11 Uhr vormittags ließ sich unser Team aber keine Ausreden einfallen und drehte die Partie in der zweiten Halbzeit spielfreudig und kämpferisch zum 1:4. Große Begeisterung machte sich breit und die Mannschaft brannte offenbar für ein Flutlichtspiel am darauffolgenden Freitagabend bei der Zweiten des FC Spöck. Mit einem 0:7 entführten wir weitere drei Punkte – von einem Gegner, der uns in den vergangenen Jahren auch hin und wieder Probleme bereitete.

Kurzes Tief nach Nackenschlag

Mit einem bis dahin nicht konsequenten Auftritt der Konkurrenz fragten sich manche womöglich, wer unsere Mannschaft stoppen sollte. Auf die Antwort wartete man nicht lange, nachdem der erste heiße Tanz auf unserem neuen Hauptspielfeld im Derby gegen den FV Rußheim für uns in einem 0:5-Debakel endete. Mit großem Defensivaufwand und eiskalter Effizienz entpuppte sich der Nachbar als unser Kryptonit. Unsere Mannschaft musste sich wieder fassen und zeigte sich auch im Spiel darauf gegen den Vorletzten Knielingen III beeinträchtigt. Nach einer 1:0-Führung kassierte unsere Elf auf kuriose Weise ganze vier Treffer in nur neun Minuten und lag zur Halbzeit mit 1:4 hinten. In den letzten Jahren gab man wichtige Punkte im Aufstiegskampf auch durch „Pannen” gegen vermeintlich schwache Gegner her.

„Der Trainer war in der Kabine natürlich stinksauer. Da geht in der Halbzeit schon wieder die Spirale im Kopf los, dass man den Aufstieg durch solche Spiele hergibt“, berichtet Leon Zimmermann. Das Saisonhighlight unseres kreativen Mittelfeldspielers ist, wie das Team in diesem Moment enger zusammenrückte als je zuvor. Mit einer unnachahmlichen Aufholjagd und einem Tor in letzter Sekunde erkämpften sich unsere Jungs einen grandiosen 4:5-Sieg und überwanden damit ihr kurzes Tief – bis heute!

Das Team wächst zusammen

Unsere Mannschaft brillierte in den Wochen danach mit vier Spielen ohne Gegentor, wozu alle Spieler unserer Abwehr sowie beide Torhüter ihren wichtigen Teil beitragen konnten. Mit 4:0 gegen den SV Staffort, 4:0 gegen den VSV Büchig II, 0:2 beim Karlsruher SV II und 0:5 bei Liedolsheim II zeigte unsere Mannschaft, was in ihr steckt. Für Neuzugang Julian Hopp, der jedes dieser Spiele von Beginn an bestritt, war es ein kleiner Durchbruch. „Ich wurde im Team sehr warmherzig aufgenommen und habe mich direkt wohlgefühlt in Graben”, blickt er zurück.

Anfangs musste er im Training noch Rückstand aufholen, konnte sich aber durch Fleiß und den guten Zuspruch des Teams in die erste Elf spielen. Dort kann er mit viel Erfahrung und guter Kommunikation helfen. Sein sportliches Highlight war sein erster Startelf-Einsatz gegen Staffort, ein Schlüsselmoment war für ihn der kämpferische Sieg in Liedolsheim. „Wenn du nicht nur auf gutem Rasen schön spielen kannst, sondern auch auf dem extrem schweren, matschigen Geläuf eine so geschlossene Teamleistung zeigen und gewinnen kannst, dann ist das ein Zeichen, dass wir in diesem Jahr alles können, extrem schlagfertig und bereit für die Meisterschaft sind”, so die Einschätzung des 37-jährigen Innenverteidigers.

In dieser Zeit konnte sich unser Angriff mit Luca Klee, Fabi Herzog, Sejmen sowie unseren Neuzugängen Abaci, Güler und Sahin besonders frei bewegen. Haris Sejmen musste zuletzt aufgrund von Leistenproblemen pausieren, freut sich jedoch auf sein Comeback. Auch Cem Masyan aus der eigenen Jugend überzeugte bereits mit soliden Beiträgen in vielen Spielen. Mit aktuell 18 Toren führt unser Flügelstürmer Rahul Abaci die Torjägerliste der Liga an, gemeinsam mit Linkenheims Korenev. Am Ende will er natürlich allein oben stehen. Unser Kader hat sich in der Breite weiterentwickelt, die Neuzugänge wurden gut eingebunden und alle im Team können ihr Potenzial bislang optimal entfalten. In den letzten beiden Partien zeigte unsere Mannschaft noch einmal Geschlossenheit und unbedingten Willen. Beim 2:8 in Blankenloch sahen wir je einen Hattrick von Luca Klee und Aron Veenstra. Zum Abschluss der Hinrunde revanchierten wir uns mit einem 5:2-Heimsieg gegen den TV Spöck II für die beiden Niederlagen im letzten Jahr. Unsere Mannschaft profitierte häufig von einem deutlichen Ausdauervorteil, den sie durch intensives und konsequentes Training erarbeitet hat. Dadurch konnte sie viele Spiele mit Ruhe und Geduld angehen und in der zweiten Halbzeit nochmals zulegen. „Nach Auswechslungen haben wir auch in der zweiten Reihe viel Qualität und jeder akzeptiert es, wenn er mal von der Bank kommen muss“, merkt Rechtsverteidiger Alexej Bratkov positiv an.

„Es ist immer Feuer drin“

„Unsere Mannschaft will unbedingt gewinnen. Im Training sind immer viele Jungs da. Es ist immer Feuer drin, weil jeder vorankommen will“, erzählt Kapitän Ben Orend stolz. Mit den aktuell meisten Spielminuten unseres Teams (1.156 von 1.170) geht er als echter Motor voran. Er sieht der Rückrunde freudig entgegen und brennt auf eine Revanche beim FV Rußheim. Besonders motivierend war die sichtbare Freude und Begeisterung der Trainer, die jedes Training zu einer positiven Erfahrung machten. „Merkt ihr eigentlich, wie schnell ihr gerade spielt und auf welchem hohen Niveau ihr euch für diese Spielklasse gerade bewegt?“, lachten Sascha Heil und Jonas Herzog einmal stolz zwischen Übungen im Training. Um nahtlos an dieses starke Niveau anzuknüpfen, bezieht das Team zur Vorbereitung auf die Rückrunde unter anderem für drei intensive Tage sein Trainingslager in Erbach bei Ulm – voller Tatendrang, Fokus und einer Menge Teamgeist.

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