SV Staffort – FV Graben 1:3 (1:2)

Was für ein Tag – und was für eine Unterstützung! Unser größtes Highlight war die grandiose Kulisse aus jungen und älteren Fans, Familien, Freunden, Vereinslegenden und unseren Jugendspielern des JFV Graben-Neudorf. Mit wehenden Fahnen, zahlreichen FVG-Trikots und Jacken erfüllten sie uns gleich zu Beginn einen ersten großen Wunsch. Über 100 Grün-Schwarze folgten unserem Aufruf und begleiteten uns zum schicksalhaften Spiel beim SV Staffort – einem unserer Lieblingsrivalen der letzten acht Jahre. Man kennt sich, man schätzt sich – und beide Teams wussten: Die Gastgeber würden uns die Meisterschaft gönnen, aber ganz sicher nicht auf ihrem eigenen Platz!

In der Anfangsphase war sofort zu spüren, dass die Elf um Spielertrainer Lorenz uns das Leben schwer machen wollte. Tief stehend, mit langen Bällen und schlagartig vier bis fünf Angreifern, setzten sie unsere Defensive unter Druck. Mit der Sonne im Gesicht und ordentlich Aufregung in den Beinen hatte unsere Abwehr zunächst Mühe mit dieser Überrumpelungstaktik. Bei uns lief noch nicht alles rund – einfache Pässe waren zu ungenau, und bei Stafforter Vorstößen sowie Standards wurde es gefährlich. In der 13. Minute bestätigte Graupner den Spielverlauf und traf zum 1:0 – ein Stich mitten ins Grabener Herz.

Doch unsere Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Wie oft in dieser Saison war es ein Weckruf: Mit viel Wille kämpften wir uns zurück ins Spiel und wurden konsequenter. Wir tauchten wiederholt im gegnerischen Strafraum auf. Nur wenige Minuten nach dem Gegentreffer schoss Herzog, traf einen Gegner am abgespreizten Arm und der Schiedsrichter zeigte auf den Punkt. Vielleicht war es unser Glück des Tüchtigen. Abaci blieb cool, verlud den Keeper und stellte auf 1:1.

Nun entwickelte sich eine umkämpfte Partie, in der wir zunehmend das Ruder übernahmen. In der 33. Minute dann ein sehenswerter Angriff: Braun fand mit einer weiten Flanke Güler, der per Kopf clever für Herzog ablegte. Unsere Nummer 10 nahm direkt ab und versenkte den Ball flach im linken Eck zur 1:2-Führung. Danach drückten wir weiter, doch im Strafraum bekam Staffort immer wieder ein Bein dazwischen. Abaci, Herzog, Knobloch und Stritesky hatten per Kopf weitere Möglichkeiten.

Kurz vor der Pause wurde es noch einmal brenzlig: Nach einem weiten Abschlag kam Stritesky ins Straucheln, und erneut lief Graupner frei auf unseren Keeper Zieger zu. Doch unser Schlussmann – in seinem 235. Spiel für die Erste – blieb ruhig, machte sich breit und verlangsamte den Angreifer entscheidend. Stritesky setzte nach und entwendete das Spielgerät in letzter Sekunde per Grätsche. Mit der knappen Führung ging es in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel drängten wir auf die Entscheidung. Die Richtung stimmte, auch wenn nicht alles gelang. Wir hatten viel Ballbesitz, suchten die Lücken, doch oft fehlte die letzte Konsequenz. Di Mola und Orend lenkten das Spiel im Zentrum. Sahin verlagerte immer wieder, vor allem auf Abaci, der sich an diesem Tag wieder sehr bemüht zeigte, leider aber oftmals knapp scheiterte. Viele Aktionen unserer Offensive waren schön anzusehen, aber nicht zwingend genug – hier und da ein Haken zu viel.

Bei Chancen von Herzog, Stritesky und Sahin fehlten nur Zentimeter. Auch Staffort blieb gefährlich und lauerte auf Konter. Zwei unnötige Ballverluste im Mittelfeld ermöglichten kleinere Chancen für die Gastgeber. Doch eines war jederzeit spürbar: Der Sportplatz war fest in Grabener Hand. Unsere Anhänger waren hörbar und standen hinter uns.

Die nötige Geradlinigkeit und unsere Erlösung kam in der 80. Minute – und sie trug die Handschrift unseres Kapitäns. Orend nahm einen Abpraller am Sechzehner direkt und zog aufs lange Eck ab. Der Ball wurde noch abgefälscht, stieg bogenförmig auf und schlug schön im rechten oberen Eck ein – 1:3! Jetzt brachen alle Dämme. Auf und neben dem Platz wurde gejubelt, die Aufstiegsshirts wurden aus dem Kofferraum geholt, die Getränke standen kalt. Die letzten Minuten vergingen wie im Flug – und um 16:45 Uhr war es dann endlich so weit: Abpfiff. Meister! Nach acht Jahren kehrt unser FV Graben in die Kreisklasse A zurück!

Nach dem Schlusspfiff lagen sich Mannschaft, Betreuer und Unterstützer in den Armen und feierten ausgelassen. Trainer Sascha Heil wurde hochleben lassen und bekam seine standesgemäße Bierdusche.

Die Feier verlagerte sich später auf unseren heimischen Sportplatz, wo die neue Wirtsfamilie mit einem köstlichen Buffet für beste Verpflegung sorgte. Natürlich wurde auch noch ein bisschen gekickt, die Ballmaschine sorgte für Unterhaltung, und im Mittelkreis wurde auf der Auswechselbank die ein oder andere Zigarre genossen. Eine größere, offizielle Feier planen wir beim letzten Heimspiel – dazu laden wir euch schon jetzt herzlich ein!

Ein riesiges Dankeschön an alle, die unseren Verein in den vergangenen Jahren unterstützt haben und weiterhin unterstützen. Ob im Amt, bei Diensten, auf oder neben dem Platz oder einfach durch eure Präsenz – diese Meisterschaft gehört uns allen. Gemeinsam haben wir mit vielen Aufs und Abs Stück für Stück wieder etwas aufgebaut, das in diesem besonderen Moment gipfelt.

Es spielten: Rico Zieger, Sebastian Braun, Patrick Stritesky, Julian Knobloch, Aaron Heil (86. Julian Hopp), Dario Di Mola (75. Leon Zimmermann), Ben Orend, Koray Sahin, Rahul Abaci, Efe Güler, Fabian Herzog (75. Luca Klee)